Schedule FrOSCon 2026

Lecture

Openwashing ans Licht!

Mit welchen Methoden wird proprietäre als Freie Software ausgegeben und was können wir dagegen tun?

August 16, 2026 HS 4 de Who can you trust? – Making and accepting contributions in 2026

Immer wieder schmücken Unternehmen ihre Software-Produkte mit den Begriffen „frei" und "open" um zu verschleiern, dass sie proprietäre Software vertreiben. Für Entwicklerinnen, Maintainer, öffentliche Verwaltungen und das gesamte Freie-Software-Ökosystem werden solche Praktiken zunehmend zum Problem, denn Openwashing schwächt das Vertrauen in Freie Software und untergräbt strategische Beschaffung sowie digitale Souveränität. Was sind die Methoden der Openwasher, und was kann man dagegen tun?

Die vermeintliche Kreativität der Openwasher ist groß: Sie nutzen irreführende Begriffe und Namen, führen neue Lizenzen ein, die fälschlich wie Freie-Software-Lizenzen wirken, bauen ihre Geschäftsmodelle um proprietäre Schlüsselfunktionen oder errichten zusätzliche Hürden, die es erschweren, die durch Freie Software gewährten Freiheiten tatsächlich auszuüben.

Dieses irreführende Verhalten schadet dem Ziel, digitale Souveränität durch Freie Software zu erreichen. Es erschwert Verwaltungen die Einschätzung, ob eine Lösung tatsächlich Freie Software ist, und untergräbt strategische Beschaffung, bei der öffentliche Gelder grundsätzlich Freie Software finanzieren sollen, wie es die Free Software Foundation Europe (FSFE) mit ihrer Initiative „Public Money? Public Code!“ seit langem fordert. Außerdem täuscht Openwashing Nutzende beschädigt das Vertrauen in das Freie-Software-Ökosystem.

Die FSFE analysiert Openwashing und andere fragwürdige Praktiken seit mehreren Jahren. In diesem Vortrag betrachten wir konkrete Beispiele und untersuchen, wie sie Entwicklerinnen, Maintainer, Nutzende und öffentliche Verwaltungen betreffen. Abschließend diskutieren wir, was Politik, Verwaltungen und wir alle tun können, um Openwashing einzudämmen.