Digitale Barrierefreiheit in Open Source Projekten und Communities
Projekt-Learnings auch für die FOSS-Community
Der Vortrag gibt Einblicke in Erkenntnisse aus dem Projekt „Digitale Barrierefreiheit im Arbeitsleben durch partizipative Evaluation“ mit Fokus auf Developer-Perspektiven, Open-Source-Communities und Weiterbildung. Die Projekt-Analysen zeigen, dass digitale Barrierefreiheit nicht nur eine technische, sondern auch eine organisatorische und kommunikative Aufgabe ist. Zudem werden entwickelte Personas vorgestellt, die unterschiedliche Bedarfe und Perspektiven in Softwareentwicklung und Communities sichtbar machen. Ziel ist es, Barrierefreiheit als gemeinsame Verantwortung in der Open-Source-Community zu diskutieren.
Barrierefreiheit in Software wird häufig vor allem als technisches Problem betrachtet: Semantisches HTML, Screenreader-Kompatibilität oder Kontrasteinstellungen. Doch digitale Barrierefreiheit entsteht nicht allein durch Technik – sie ist ebenso eine Frage von Entwicklungsprozessen, Kommunikation, Rollenverständnissen und Community-Kultur.
Der Vortrag gibt Einblicke in Teil-Erkenntnisse aus dem Projekt „Digitale Barrierefreiheit im Arbeitsleben durch partizipative Evaluation“. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Bereiche Developer-Perspektive, Open Source Communities und Weiterbildung.
Ausgehend von Interviewanalysen wird beleuchtet, wie Entwickler\*innen Barrierefreiheit im Arbeitsalltag wahrnehmen: Welche Hürden bestehen in Entwicklungsprozessen? Wo fehlen Wissen, Zeit oder organisatorische Strukturen? Welche Spannungsfelder entstehen zwischen rechtlichem Anspruch, Ressourcen und Projektentscheidungen?
Ergänzt werden diese Perspektiven durch Erkenntnisse aus Umfragen und Praxisberichten aus Open-Source-Communities. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie Community-Strukturen und Projektorganisation Barrierefreiheit fördern – oder behindern – können.
Desweiteren werden exemplarisch die im Projekt entwickelte Personas vorgestellt. Diese können helfen, unterschiedliche Bedarfe und Motivationen innerhalb der Softwareentwicklung (sowie OS-Communities) besser zu verstehen. Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderungen als Expert\*innen besser an diesen Prozessen teilhaben können.
Der Vortrag möchte die gewonnenen Erkenntnisse zurück in die Community tragen und zur Diskussion anregen:
- Was braucht es, damit Barrierefreiheit selbstverständlicher Teil von Softwareentwicklung wird?
- Welche formalen, organisatorischen und kommunikativen Veränderungen sind notwendig?
- Und was können bspw. Entwickler\*innen, Testende, Maintainer, Projektverantwortliche, Förderinstitutionen und Communities konkret selbst beitragen?
Denn digitale Barrierefreiheit ist keine Aufgabe einzelner Spezialist\*innen – sondern eine gemeinsame Verantwortung in der gesamten Open-Source-Community bzw. Softwareentwicklungslandschaft.
Speakers
Ramona Kaufmann
* Project Associate at the Institute for Digital Participation at Bremen University of Applied...