Warum ich angefangen habe Brot zu backen
Acht Stunden am Rechner, der Kopf raucht – aber der Körper hat keinen einzigen Schritt gemacht. Das Gehirn ist erschöpft, hat aber nichts Greifbares vorzuweisen. Kein Ergebnis, das man anfassen, riechen oder essen kann. Ich habe irgendwann angefangen, Brot zu backen. Sauerteig, Brötchen, Focaccia. Nicht als Hobby. Als Gegengift.
Wer in der IT arbeitet, kennt das Phänomen: Ein langer Arbeitstag hinterlässt einen mental leer, körperlich aber völlig unberührt. Das Gehirn hat stundenlang Probleme gelöst, Entscheidungen getroffen, auf Bildschirme gestarrt – und am Ende des Tages gibt es nichts Physisches, das zeigt, dass man überhaupt da war. Kein sichtbares Ergebnis, nichts zum Anfassen, nichts, das nach Arbeit riecht.
Irgendwann habe ich angefangen, Brot zu backen.
Was zunächst wie eine Laune wirkte, hat sich als echtes Gegengewicht zur Bildschirmarbeit herausgestellt: Beim Backen arbeitet die Hand, nicht der Kopf. Der Teig gibt direktes, ehrliches Feedback – nicht nach dem nächsten Deployment, sondern sofort. Das Ergebnis ist greifbar, riechbar, essbar. Und wenn etwas schiefgeht, liegt es nicht an einem Merge-Konflikt.
Dieser Vortrag ist kein Produktivitäts-Hack und keine Wellness-Predigt. Es ist eine persönliche Geschichte darüber, warum handwerkliche Arbeit für Menschen, die den ganzen Tag abstrakt denken, eine besondere Qualität hat – und warum ausgerechnet Sauerteig dabei eine Hauptrolle spielt.
Ich teile:
Warum ich angefangen habe – und was mich dazu gebracht hat, weiterzumachen
Was Backen neurologisch und psychologisch anders macht als andere Ausgleichsaktivitäten
Meine liebsten Rezepte: Sauerteigbrot, Brötchen, Focaccia – mit allem, was ich dabei gelernt (und falsch gemacht) habe
Wie man mit Sauerteig anfängt, ohne sofort zu scheitern
Zielgruppe: alle, die zu viel Zeit vor dem Rechner verbringen und deren Hände sich manchmal nach echter Arbeit sehnen.
Speakers
Christoph Stoettner (stoeps)
I'm in IT since more than 25 years and I use Linux and OSS since the early beginning. In my...