OpenStreetMap jenseits der Karte
Ein Erfahrungsbericht aus der Immobilienbewertung
OpenStreetMap enthält zahlreiche Informationen, die für die Bewertung der Lage einer Immobilie relevant sind: Supermärkte, Schulen, Krankenhäuser, ÖPNV-Haltestellen und vieles mehr. In Kombination mit OpenRouteService lassen sich außerdem Entfernungen und Isochronen berechnen.
Doch wie bringt man diese Daten zuverlässig in eine produktive Anwendung? Wie bleiben sie aktuell? Was bedeutet das für Performance, Datenqualität und fachliche Sonderfälle?
Der Vortrag zeigt anhand eines konkreten Anwendungsfalls aus der Immobilienbewertung, welche Herausforderungen bei der produktiven Nutzung von OpenStreetMap und OpenRouteService auftreten – und welche Lösungsansätze sich in der Praxis bewährt haben.
Unsere Anwendung unterstützt Banken dabei, für die Kreditvergabe den Wert von Immobilien zu ermitteln. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Lage – unter anderem die Erreichbarkeit relevanter Points of Interest (POIs) wie Einkaufsmöglichkeiten, Freizeiteinrichtungen, öffentliche Verkehrsmittel und Bildungseinrichtungen.
Diese POI-Daten beziehen wir mithilfe einer Python-Library direkt aus OpenStreetMap, verarbeiten sie weiter und speichern sie nach fachlichen Anpassungen in unserer Datenbank. Für die Suche nach nahegelegenen POIs zu einer Adresse sowie für die Berechnung von Entfernungen mit verschiedenen Verkehrsmitteln setzen wir auf eine lokale Instanz von OpenRouteService.
Im produktiven Betrieb ergeben sich dabei mehrere Herausforderungen: Wie lassen sich die von OpenRouteService genutzten Daten aktuell halten, ohne dass es zu langen Unterbrechungen kommt? Wie lässt sich die Performance verbessern, ohne fachlich relevante Informationen zu verlieren?
Dazu kommen fachliche Sonderfälle: Unsere Anwendung konzentriert sich auf Deutschland. In Grenznähe sollen Einkaufsmöglichkeiten im Nachbarland berücksichtigt werden, Schulen hingegen nicht. Eine nachvollziehbare Anforderung, die die Datenaufbereitung deutlich komplexer macht.
In diesem Vortrag teile ich Erfahrungen aus mehr als drei Jahren Nutzung von OpenStreetMap und OpenRouteService. Ich gebe einen praxisnahen Einblick in typische Herausforderungen und erprobte Lösungsansätze für den Einsatz offener Geodaten in einer produktiven Anwendung.