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Lecture

Digitale Teilhabe neu denken

Unsere Erfahrungen aus dem Digital Empowerment Project

August 15, 2026 HS 5 de Lower the barriers – How to make OSS accessible for everyone

Digitale Teilhabe scheitert oft nicht an fehlender Hardware, sondern an unzugänglichem Wissen, komplexen Tools und dem Gefühl, dass digitale Lösungen nicht für zivilgesellschaftliche Akteur:innen gemacht sind. Das Digital Empowerment Project zeigt, dass Barrierefreiheit mehr ist als technische Richtlinien: Es braucht zugängliche Angebote, sichere Austauschräume und unterstützende Anleitungen für Open-Source-Lösungen. In diesem Vortrag stellen wir unsere Erfahrungen aus Beratungen und Workshops vor. Wir erläutern, wie wir mit Angeboten wie dem Digi-Coach, dem Digi-Guide und dem Digi-Self-Check Vertrauen schaffen und versuchen den Zugang zu datenschutzkonformen Tools zu erleichtern. Ziel ist es, Entwickler:innen zu inspirieren, Nutzer:innen in allen Bereichen mitzudenken, und Nutzer:innen zu ermutigen, sich aktiv an der digitalen Gestaltung zu beteiligen.

Viele Vereine, Initiativen und zivilgesellschaftliche Gruppen scheuen den Weg zu Open-Source-Lösungen nicht wegen technischer Unzulänglichkeiten, sondern aufgrund von Informationsdefiziten, der Angst vor Komplexität und dem Mangel an vertrauenswürdigen Ansprechpartner:innen. Oft wird Barrierefreiheit bei Open Source Software primär als technische Anforderung (z. B. WCAG-Richtlinien) verstanden. Das Digital Empowerment Project geht jedoch weiter: Wir identifizieren fehlendes Wissen über Alternativen, mangelnde Vertrauensräume und unzureichende Anleitungen für Open-Source-Tools.
In unserem Vortrag teilen wir unsere praktischen Erfahrungen aus dem Projekt. Wir stellen unseren ganzheitlichen Ansatz vor, der einen einfachen Selbstcheck (Digi-Self-Check), praktische Beratung (Digi-Coach) und handlungsorientierte Leitfäden (Digi-Guide) kombiniert, um den Einstieg in eine selbstbestimmte, datenschutzkonforme digitale Welt zu erleichtern. Besonders heben wir unsere Arbeit mit Zielgruppen hervor, die zwar bereits den Willen zum Wechsel hin zu Open Source, aber bisher noch keinen Einstiegspunkt haben und zeigen wie nutzer:innenzentrierte Kommunikation Vertrauen aufbauen kann.
Der Vortrag gliedert sich in vier Teile:
1. Einleitung: Warum reine technische Barrierefreiheit nicht ausreicht und welche menschlichen Barrieren oft übersehen werden
2. Projektvorstellung: Die Werte des Digital Empowerment Project (Selbstbestimmung, Datenschutz, Offenheit) und die konkreten Angebote
3. Praxisbeispiele: Wie wir mit Vereinen arbeiten, welche Methoden funktionieren und wo wir an Grenzen stoßen
4. Handlungsempfehlungen
Abschließend widmen wir uns einem offenen Austausch im Q&A, um eigene Hürden zu diskutieren und Ideen für weitere Zugangswege zu sammeln. Wir hoffen, dass der Vortrag nicht nur informiert, sondern auch motiviert, Barrieren aktiv abzubauen und Räume für einen inklusiven Open-Source-Wandel zu schaffen.