Von der Self-Hosting-Hölle zur Data Agency
Kontrolle gewinnen, ohne zum Sysadmin zu werden
Self-Hosting scheitert nicht an fehlender Motivation, sondern an der Komplexität: Die meisten Menschen können oder wollen keine Server administrieren. Dieser Vortrag zeigt, wie Solid und PodOS einen anderen Ansatz ermöglichen: Statt unzählige Apps selbst zu hosten, nutzen wir einen Data Pod – und wie bei einem echten Betriebssystem entsteht ein Kontinuum von einfacher App-Nutzung bis zum Blick unter die Haube. Das Paradoxe: Indem wir den Fokus von Apps auf Daten verschieben, gewinnen wir nicht nur Einfachheit, sondern auch mehr Freiheit und Kontrolle.
Wer seine digitale Souveränität ernst nimmt, landet schnell in der Self-Hosting-Falle: Jede App braucht ihre eigene Installation, Wartung, Backups und Updates. Was als Befreiung von Cloud-Diensten beginnt, wird zur administrativen Last.
PodOS zeigt einen anderen Weg: Basierend auf der Solid-Spezifikation verschiebt sich der Fokus von der App-Verwaltung zur Daten-Orchestrierung. Persönliche Daten werden in Pods gespeichert – dezentral, unter eigener Kontrolle, aber mit standardisierten Schnittstellen versehen. PodOS fungiert dabei als Operating System für diese Daten: Es bietet generische Zugriffsmöglichkeiten, ermöglicht die Erstellung maßgeschneiderter Dashboards und schafft ein Kontinuum zwischen universeller Datenbearbeitung und domänenspezifischen Anwendungen.
Das Spannende: Weil die Daten standardisiert im eigenen Pod liegen, entstehen völlig neue Kombinationsmöglichkeiten. Ich kann fremdgehostete Open-Source-Apps nutzen UND gleichzeitig eigene Tools auf denselben Daten bauen. OSS-Projekte profitieren doppelt: Sie müssen nicht mehr selbst gehostet werden und tragen weniger Verantwortung für Datenhaltung und Backups. Das senkt die Einstiegshürden für Nutzer*innen und entlastet Entwickler*innen.
Der Vortrag zeigt konkret:
- Wie PodOS die Brücke zwischen Datenhoheit und Benutzerfreundlichkeit schlägt
- Welche neuen Möglichkeiten entstehen, wenn fremdgehostete OSS-Apps und eigene Tools auf denselben Daten arbeiten
- Warum diese Architektur sowohl Nutzer*innen als auch OSS-Entwickler*innen entlastet
- Wie sich durch Web Components wiederverwendbare UI-Bausteine für Pod-Daten erstellen lassen
- Praktische Beispiele: Von generischen Editoren bis zu individuellen Dashboards
Data Agency bedeutet: Unsere Daten arbeiten für uns – nicht wir für unsere Apps.
Speakers
Angelo Veltens
Angelo Veltens is a Software Develeoper and IT-Consultant at codecentric in Hamburg. He is active...
